Standard Operating Procedure Sun, Mar 29. 2009
Es ist bestürzend und bedrückend in so vielerlei Hinsicht, dieses Buch zu lesen.
Die Einsicht in die Grausamkeiten, die Inkompetenz und die Lügen des Systems, in den Vorsatz, den Betrug ... diese menschlichen Abgründe..
... ich versteige mich in der Aufzählung von Synonymen, wenn ich versuche, zu fassen, was ich sagen will ...
Jedenfalls: Die Einsicht in dieses System bestätigt einen in negativen Ansichten über militärische Hierarchien und in in Deutschland in den letzten Zehn Jahren massiv kultivierten antiamerikanischen Ressentiments. Sie ist wichtig, spannend und entwaffnend, da gleichzeitig auch mit einfachen Vorurteilen, die die mediale Behandlung der Bilder aus Abu Ghraib haben aufkommen lassen, aufgeräumt wird.
Philip Gourevitch und Errol Morris dokumentieren die Menschlichkeit in der Unmenschlichkeit. Und wenn auch offen gelassen wird, welche Darstellung der verschiedenen Akteure nun richtig oder vielleicht auch falsch ist - letzten Endes wird sich die objektive Version der Wahrheit eh nie rekonstruieren lassen - so ist das Buch doch gleichzeitig durchzogen von dem einem Urteil:
Das System und die Administration ist darauf ausgelegt, genau diese Dinge zuzulassen. Wen wundert das auch, wenn doch so offensichtlich klar ist, dass sich die Spitze der Macht-Pyramide das Recht und die Handlungsanweisungen genau so zurecht gelegt hat, dass nach oben hin nie eindeutige Schuld nachgewiesen werden kann. Verantwortlich für die Ausführung der schwammigen und impliziten Anweisungen waren letzendlich die Handlanger, das Kanonenfutter, die armen Schweine, die dumm oder verzweifelt genug waren, in der Hierarchie ganz unten zu stehen. Nein, nicht ganz unten. Sondern genau eine Stufe über den Internierten.
Aber so funktioniert das System von Kriegsverbrechern wohl.
Das Mindeste wäre Impeachment, also ein Amtsenthebungsverfahren, gewesen. Dieses System müsste zur Verantwortung gezogen werden. Doch Standard Operating Procedure lässt erahnen, wie verzahnt, wie Krebs-artig sich diese Verantwortung durch das weiterhin bestehende System, durch das ganze Land - und die ganze Welt - zieht.
PS: Das besprochene Buch ist anscheinend das um Kommentare erweiterte Transkript des gleichnamigen Films.
Die Einsicht in die Grausamkeiten, die Inkompetenz und die Lügen des Systems, in den Vorsatz, den Betrug ... diese menschlichen Abgründe..
... ich versteige mich in der Aufzählung von Synonymen, wenn ich versuche, zu fassen, was ich sagen will ...
Jedenfalls: Die Einsicht in dieses System bestätigt einen in negativen Ansichten über militärische Hierarchien und in in Deutschland in den letzten Zehn Jahren massiv kultivierten antiamerikanischen Ressentiments. Sie ist wichtig, spannend und entwaffnend, da gleichzeitig auch mit einfachen Vorurteilen, die die mediale Behandlung der Bilder aus Abu Ghraib haben aufkommen lassen, aufgeräumt wird.
Philip Gourevitch und Errol Morris dokumentieren die Menschlichkeit in der Unmenschlichkeit. Und wenn auch offen gelassen wird, welche Darstellung der verschiedenen Akteure nun richtig oder vielleicht auch falsch ist - letzten Endes wird sich die objektive Version der Wahrheit eh nie rekonstruieren lassen - so ist das Buch doch gleichzeitig durchzogen von dem einem Urteil:
It would have been outrageous, of course, if the overseers of America's biggest MI operation in Iraq didn't know what was happening with their most valued prisoners. But the complicity, the blind eye and the cover-up, the buck passing and the butt covering, the self-deception and the cowardice, the indiscipline and the incompetence infected every link in the chain of command that ran from the MI block to the Pentagon and the White House - a military bureaucracy that had been politically cowed and corrupted from the top down by civilian masters who had no experience of combat. Later, when the photographs [..] were made public, and America's disgrace was the talk of the world, there would be no end of speculation as to whether a direct link could be found - a document or trail of documents, some undeniable evidence - tying the scenes in those pictures directly to those top civilians, the president, the vice president, the secretary of defense. This supposedly missing link was spoken of as the "smoking gun." But it wasn't missing; it was right there in front of us. Abu Ghraib was the smoking gun.Philip Gourevitch and Errol Morris: Standard Operating Procedure - A War Story
Aber so funktioniert das System von Kriegsverbrechern wohl.
Das Mindeste wäre Impeachment, also ein Amtsenthebungsverfahren, gewesen. Dieses System müsste zur Verantwortung gezogen werden. Doch Standard Operating Procedure lässt erahnen, wie verzahnt, wie Krebs-artig sich diese Verantwortung durch das weiterhin bestehende System, durch das ganze Land - und die ganze Welt - zieht.
PS: Das besprochene Buch ist anscheinend das um Kommentare erweiterte Transkript des gleichnamigen Films.
adamo by dell - sehen, entdecken, staunen Tue, Mar 17. 2009
Huiii, Dell hat ein dünnes Alu-Notebook rausgebracht. Gleich mal gucken.
Ah, die Website ist ganz toll mit Flash.
Sehen: Ein Notebook mit Beschleunigungslöchern, in die es reinregnet. Nem Aufdruck, der nach Klaus Zumwinkels Seidenunterwäsche aussieht. Und ner Website aus Flash, die auf 1280x800px nicht genug Platz nach unten hat.
Entdecken: Dass ich mir das Zubehör, das futurezone im Artikel erwähnt, nämlich das externe Blueray-Laufwerk für 299,-€ nicht anzeigen lassen kann.
Staunen: Dass so eine Hässlichkeit tatsächlich deren Ernst ist.
Ah, die Website ist ganz toll mit Flash.
Sehen: Ein Notebook mit Beschleunigungslöchern, in die es reinregnet. Nem Aufdruck, der nach Klaus Zumwinkels Seidenunterwäsche aussieht. Und ner Website aus Flash, die auf 1280x800px nicht genug Platz nach unten hat.
Entdecken: Dass ich mir das Zubehör, das futurezone im Artikel erwähnt, nämlich das externe Blueray-Laufwerk für 299,-€ nicht anzeigen lassen kann.
Staunen: Dass so eine Hässlichkeit tatsächlich deren Ernst ist.
Mindmaps mit XMind Sat, Mar 14. 2009
Mindmaps sind nicht jedermanns Sache. Als ich F. sagte, dass ich mir grade zum Lernen für ITSec eine Mindmap anlege, erntete ich so auch erst mal sinngemäß ein "igitt, Mindmaps".
Mindmaps rangieren in der Gunst wahrscheinlich auf einer ähnlichen Ebene wie UML- oder ER-Diagramme. ER finde ich ja selber schon eklig genug ;) - das liegt aber eher an meiner generellen und eigentlich völlig unbegründeten Abneigung gegenüber Datenbanken und deren Design..
Jedenfalls gibt es aber ja bestimmte unterschiedliche Lerntypen. Da ich davon keine Ahnung habe und mich da jetzt auch grade nicht weiterbilden wollte, nur so viel: Ich bin ziemlich visuell veranlagt und mag gerne Taxonomien und Ontologien. Mit anderen Worten: Ich habe einen gewissen Ordnungszwang oder so ;)
Wer also für sich Mindmaps entdecken möchte oder mal schauen möchte, ob Mindmaps auch ihm/ihr vielleicht liegen, kann das mit XMind machen. XMind war früher rein kommerziell, ist jetzt aber freie Software (LGPL und EPL Dual-Lizenz; es gibt eine Pro-Variante) und kommt als Eclipse-Plugin oder Standalone daher.
Die Oberfläche ist - jedenfalls auf meinen 2,4GHz-Kernen - superflink und für meine Begriffe geradezu genial intuitiv.
Leider ist das Dateiformat irgend ein Binärformat, ich würde mir ja XML wünschen. Und besonders ausgefeilte Beziehungen kann XMind leider auch nicht. Also nix mit Inheritance oder bidirektionalen Beziehungen. Aber vielleicht bin ich da eben zu Ordnungsfanatisch.
Ich bin jetzt mal gespannt, ob meine Mindmap mir für die Prüfung in ein paar Tagen hilft, ich glaube aber, unterschwellig tut sie das jetzt schon.
Was die Vorgehensweise angeht: Ich habe mir am Anfang einen Überblick über die zentralen Themen verschafft (bin an der einen oder anderen Stelle allerdings schon viel zu detailreich geworden) und mir dann weitere Themen tiefer angeschaut und die Zusammenhänge nachgetragen. So entstand jetzt schon ein recht ansehnlicher Graph.
Ich hoffe mal, euch fallen jetzt nicht irgend welche gravierenden Fehler auf ;)
Mindmaps rangieren in der Gunst wahrscheinlich auf einer ähnlichen Ebene wie UML- oder ER-Diagramme. ER finde ich ja selber schon eklig genug ;) - das liegt aber eher an meiner generellen und eigentlich völlig unbegründeten Abneigung gegenüber Datenbanken und deren Design..
Jedenfalls gibt es aber ja bestimmte unterschiedliche Lerntypen. Da ich davon keine Ahnung habe und mich da jetzt auch grade nicht weiterbilden wollte, nur so viel: Ich bin ziemlich visuell veranlagt und mag gerne Taxonomien und Ontologien. Mit anderen Worten: Ich habe einen gewissen Ordnungszwang oder so ;)
Wer also für sich Mindmaps entdecken möchte oder mal schauen möchte, ob Mindmaps auch ihm/ihr vielleicht liegen, kann das mit XMind machen. XMind war früher rein kommerziell, ist jetzt aber freie Software (LGPL und EPL Dual-Lizenz; es gibt eine Pro-Variante) und kommt als Eclipse-Plugin oder Standalone daher.
Die Oberfläche ist - jedenfalls auf meinen 2,4GHz-Kernen - superflink und für meine Begriffe geradezu genial intuitiv.
Leider ist das Dateiformat irgend ein Binärformat, ich würde mir ja XML wünschen. Und besonders ausgefeilte Beziehungen kann XMind leider auch nicht. Also nix mit Inheritance oder bidirektionalen Beziehungen. Aber vielleicht bin ich da eben zu Ordnungsfanatisch.
Ich bin jetzt mal gespannt, ob meine Mindmap mir für die Prüfung in ein paar Tagen hilft, ich glaube aber, unterschwellig tut sie das jetzt schon.
Ich hoffe mal, euch fallen jetzt nicht irgend welche gravierenden Fehler auf ;)
KTRL - Die Kontroll-Taste Wed, Mar 11. 2009
Volle Kontrolle über ihren PC!



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