Die Bienemajakoala Thu, Nov 12. 2009
Ich breche jetzt – in rund 200 Worten – eine Lanze für die kleine Koalition:
Konzeptionell ist eine große Koalition einfach schon mal eine schlechte Sache. Da sind zwei riesige Parteien, die beide in sich schon zu großen Kompromissen finden müssen, um die vielen Mitglieder unter einen Hut zu kriegen. Und dann können die sich ja auch eigentlich nicht ausstehen. Sie konkurrieren um die „Mitte“ (die ich übrigens nicht für eine deutsche Erfindung halte, wie ich neulich las – siehe das Mouvement Démocrate in Frankreich), also mehr oder weniger um die selben Wähler. Folglich kann großkoalitionäre Politik nicht anders, als kompromisszerfressen zu sein.
Die kleine Koalition ist also genau das, was jetzt passieren musste. Sie kann polarisieren und klar auf Kante agieren. Sie kann unliebsame Maßnahmen durchregieren und dafür sorgen, dass sich linke und linksliberale Kräfte sammeln und organisieren können.
Die geliebte Bienemajakoala (mit Herzchen und Schleifchen) legt auch gleich gut los: Die Sozialverbände steigen endlich beim Zivildienst aus, das wird mit ein bisschen Glück endlich die Schwachstellen im System aufdecken. Die menschenfeindliche Politik von Abschiebung, Ausgrenzung und Verarmung durch die Abdrängung in Niedriglohnbereiche kann nicht durch eine vorgeblich BürgerrechtsfreundlicheBürgerrechte gelten nämlich nur für solche. Und nicht für alle Menschen, die in diesem Land leben. Politik aufgewogen werden; der sachte Ausstieg aus dem Atomausstieg nur zur Mobilisierung von Protesten führen. Wenn wir jetzt anpacken und die Polarisierung nutzen.
Konzeptionell ist eine große Koalition einfach schon mal eine schlechte Sache. Da sind zwei riesige Parteien, die beide in sich schon zu großen Kompromissen finden müssen, um die vielen Mitglieder unter einen Hut zu kriegen. Und dann können die sich ja auch eigentlich nicht ausstehen. Sie konkurrieren um die „Mitte“ (die ich übrigens nicht für eine deutsche Erfindung halte, wie ich neulich las – siehe das Mouvement Démocrate in Frankreich), also mehr oder weniger um die selben Wähler. Folglich kann großkoalitionäre Politik nicht anders, als kompromisszerfressen zu sein.
Die kleine Koalition ist also genau das, was jetzt passieren musste. Sie kann polarisieren und klar auf Kante agieren. Sie kann unliebsame Maßnahmen durchregieren und dafür sorgen, dass sich linke und linksliberale Kräfte sammeln und organisieren können.
Die geliebte Bienemajakoala (mit Herzchen und Schleifchen) legt auch gleich gut los: Die Sozialverbände steigen endlich beim Zivildienst aus, das wird mit ein bisschen Glück endlich die Schwachstellen im System aufdecken. Die menschenfeindliche Politik von Abschiebung, Ausgrenzung und Verarmung durch die Abdrängung in Niedriglohnbereiche kann nicht durch eine vorgeblich BürgerrechtsfreundlicheBürgerrechte gelten nämlich nur für solche. Und nicht für alle Menschen, die in diesem Land leben. Politik aufgewogen werden; der sachte Ausstieg aus dem Atomausstieg nur zur Mobilisierung von Protesten führen. Wenn wir jetzt anpacken und die Polarisierung nutzen.
Posted by Sebastian Raible
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Anfix-Theorie II Wed, Nov 4. 2009
Bei der Vorbereitung der Podiumsdiskussion "Access-Blocking: Die Chimäre im Netz – Kinderschutz oder Einstieg in die Internetzensur?", bei der ich heute Abend sein werde, fiel mir noch mal die Stellungnahme von Prof. Dr. med. M. Osterheider zu den Netz-Sperren in die Hände.
Ich hatte vor ein paar Wochen in meinem Artikel Sachmeinungen geschrieben, was ich schon vor ein paar Monaten formuliert hatte:
Ich lag falsch. Osterheider schreibt wörtlich:
Es ist also
Mit Abbildungen Dokumentierten Kindesmissbrauchs hat das also – jedenfalls nach dieser Studie – nichts zu tun, dass die Hemmschwelle herabgesetzt wird.
Und ich frage mich ganz nebenbei: Wer Ermutigung und Bestätigung in einer Gruppe sucht, hat doch von vornherein eine Absicht zur Tat, oder?
Von den "Anfix"-Thesen der Zensursula und ihren FreundInnen bleibt für mich nunmehr kein bisschen Substanz übrig.
Ich hatte vor ein paar Wochen in meinem Artikel Sachmeinungen geschrieben, was ich schon vor ein paar Monaten formuliert hatte:
Der Konsum von Darstellungen von Kindesmissbrauch wirkt der Stellungnahme des Professors der Uni Regensburg zufolge enthemmend in Bezug auf einen späteren direkten Missbrauch.
Ich lag falsch. Osterheider schreibt wörtlich:
Mit zunehmendem Kinderpornographiekonsum verlieren auch zuvor nicht straffällige Täter zunehmend den Alltagsbezug, so dass die Interaktion mit Gleichgesinnten zu einer Art „gegenseitiger Bestätigung“ führt. Es entsteht somit zwangsläufig eine Herabsetzung der Grenze zwischen Realität und Phantasie (das heißt, pädophil veranlagte Personen, die ohne die Möglichkeiten eines Netzes Gleichgesinnter sozial isoliert bleiben würden, werden ermutigt, ihre sexuellen Wünsche auch real (in Taten) umzusetzen.Stellungnahme Osterheider
Es ist also
die Interaktion mit Gleichgesinnten, die zu
„gegenseitiger Bestätigung“ führt. Die Herabsetzung der Hemmschwelle erfolgt, weil sie in der Gruppe Bestätigung finden.
Mit Abbildungen Dokumentierten Kindesmissbrauchs hat das also – jedenfalls nach dieser Studie – nichts zu tun, dass die Hemmschwelle herabgesetzt wird.
Und ich frage mich ganz nebenbei: Wer Ermutigung und Bestätigung in einer Gruppe sucht, hat doch von vornherein eine Absicht zur Tat, oder?
Von den "Anfix"-Thesen der Zensursula und ihren FreundInnen bleibt für mich nunmehr kein bisschen Substanz übrig.
Posted by Sebastian Raible
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