Zensursula und die Verbalkeule Sat, Jun 13. 2009
Eigentlich waren wir zum Sommertreffen des AK-Vorrat in Hannover unterwegs gewesen. Beim Kulturzentrum Faust angekommen, fanden wir dann aber, als wir endlich das riesige A4-AK-Vorrat-Schild entdeckt hatten, nur den Verweis "Wir sind bei Zensursula an der Uni" mit Wegbeschreibung und Handynummer von M. aus H.
Die Laienministerin war als Laudatorin für den
Als Zensuschi dann die Bühne enterte, enterten
Erst wenn die letzte Kritik zensiert, die letzte Satire gelöscht und der letzte Internet-User erfasst ist, werdet ihr merken, dass es im Netz immer noch Kinderpornografie gibt.
auf. Der aus unseren Reihen aufklingende Applaus machte Zensuschi darauf aufmerksam und sie wandte sich uns zu, erklärte, dass wir hier gegen die Zensur protestieren würden (nicht in den Worten) und erklärte dann mit ganz vielen Bildern, worum es eigentlich geht.
M. vom AK-V Hannover hat dann sein Diktiergerät eingeschaltet und hier ist das Transkript der Aufnahme:

[unverständlich] .. ob in der Universitätsbibliothek eine DVD ausgeliehen werden kann, wo ein zweijähriges Kind von einem Mann vergewaltigt wird [Ruf: Und Sie dann die Tür zuhalten!], wo man sieht wie das Kind gequält, mit einem Besen missbraucht wird. Wir können darüber sprechen, ob Missbrauch selbstverständlich für diese Gesellschaft wäre, dass in jedem Buchladen dieses ausliegt [Ruf: Darum geht's überhaupt nicht.] Ich bin der festen Überzeugung, meine Damen und Herren, die Würde des Menschen ist unantastbar und das gilt Online genau so wie Offline.Ursula von der Leyen am 12. Juni 2009 bei der Verleihung des
Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Gesellschaft es sich nicht leisten kann [Applaus], dass [unverständlich] und die Würde eines Kindes, das missbraucht wird mit jedem Klick wieder geschändet wird. Aber das ist das schöne. Das ist gelebte Demokratie. Ein freies Land, in dem wir diese Auseinandersetzung auch miteinander führen. Ob es richtig ist, zu sagen, wir bündeln unsere Kräfte, um dieses Grauen - hier in Deutschland - zu ächten aber auch weltweit zu bekämpfen oder ob wir die Kräfte darin bündeln, dies zu verhindern und damit zu sagen, "diese [Dinge?] sollen weiter zugänglich sein".
Das ist gelebte Demokratie. Damit komme ich gerne zurück auf den Teil dieses Abends, der auch gelebte Demokratie ist. Das bürgerschaftliche Engagement, das hier heute Abend ausgezeichnet wird, ist die Blüte der Demokratie. Denn in totalitären Staaten hat man Angst vor bürgerschaftlichem Engagement. Totalitäre Staaten würden es niemals zulassen, dass die Menschen für ihre eigenen Angelegenheiten einstehen, indem sie sich bürgerschaftlich engagieren. Totalitäre Staaten würden niemals die Auseinandersetzung so offen führen darüber, ob wir Kinderpornographie also die Vergewaltigung von Kindern, online, offline ächten in deser Gesellschaft oder ob wir sagen "Nein, wir wollen das zulassen weil [unverständlich (wir grundsätzlich?)] der Meinung sind, Freiheit im Netz heisst unbegrenzte Freiheit". Meine Vorstellung von Freiheit ist, dass sie da endet, wo sie die Freiheit anderer mit Füßen tritt, wo sie die Würde anderer mit Füßen tritt. Die Freiheit des einzelnen ist immer eine Freiheit, die sich bezieht auch auf die Freiheit des anderen.
Und deshalb ist es so wichtig, dass gerade auch in einer solchen Universität geschult wird, [wirklich gut,?] ausgezeichnet wird, die Menschen, die sich hinstellen und sich einsetzen - nicht nur für den eigenen Vorteil, sondern auch für den Vorteil und die Beseitigung des Nachteils anderer. Das sind die Menschen, die wir heute ehren. Menschen, die die Zeit geben, [2:52] Menschen, die Kraft geben, Menschen, die Engagement zur Verfügung stellen, neben ihrem Studium, neben all den täglichen Belastungen, auch Ausgaben die sie haben, zum eigenen Wohl sich für andere einzusetzen.
Die Preisträgerinnen und Preisträger heute helfen zum Beispiel Ausländischen Studierenden, sich hier bei uns zurechtzufinden, sich zu orientieren, eine Wohnung zu finden, das geht so weit, dass, wenn dieses nicht möglich ist, sie anderen ihre auch noch mit zur Verfügung stellen, bis eine [unverständlich] gefunden ist.
Oder die Selbsthilfegruppe für Blinde und Sehbehinderte, die es geschafft hat, dass die [juristische?] Fakultät Hilfskräfte zum Vorlesen für Sehbehinderte Studenten und Studenten einstellt.
Oder eben die Studentin, die eben schon erwähnt wurde, die sich im Vorstand der Elterninitiative der Krippenkinder für gute Kinderbetreuung an den Hochschulen einsetzt. Sie war es, und da sind wir beim Thema der Gleichstellung der Frauen, dass die Suche nach einer guten Kinderbetreuung für eine junge Familie im turbulenten Alltag mit kleinen Kindern und gleichzeitig Wünschen, Erwartungen, Hoffnungen an die Wissenschaft, die sie erforscht, an die Karriere, die sie anstrebt, an den Beruf, den sie ergreifen wollen, die [unverständlich (Sollbruchstelle ist?)] ist oder aber wenn gute Kinderbetreuung vorhanden ist, die Brücke bauen kann, dass junge Menschen ihren Weg schaffen. Also aktiv sein und Raum schaffen für das Gemeinsame, [4:33] in diesem Falle eine Studentin, für das gemeinsame Krippenprojekt und Herr [???], bei dem Thema Gleichstellung: Ja, es ist ein lohnendes Ziel dieser Universität zu sagen, wir wollen von 13% Frauen auf Professuren höher kommen, [unverständlich] 20%. Ich mache Ihnen gerne ein Angebot: Mit der gleichen Leidenschaft werde ich Ihren Wunsch bei der Bundesbildungsministerin vertreten, [unverständlich] zum Beispiel auch für soziales Engagement [unverständlich] wenn wir gleichzeitig hier in den Universitäten, [5:10] wo 50% Frauen und 50% Männer in den Studiengängern vertreten sind, auch sagen muss, so muss es sein, dass selbstverständlich im gleichen Verhältnis Männer und Frauen später, am Ende der Karriere in den Professuren sind und die Hälfte des Himmels gehört beiden Geschlechtern [...]
[Aus Zeit- und Frustrationsgründen hier nicht weiter transkribiert, es geht aber weiter um Engagement und wie wertvoll dies für die Gesellschaft aber auch lohnend für den oder die einzelne sei.]
[10:05] Und deshalb noch mal vielleicht ein Wort zu denen, die hier heute protestieren. Die dagegen protestieren, dass - ich sag's noch mal: [Ruf: Ja bitte.] Die Bilder von Kindern, die vor laufender Kamera geschändet werden, wo vor laufender Kamera in Kauf genommen wird, dass diese Kinder an inneren Verletzungen verbluten [Ruf: Das ist doch widerlich!], das sind genau die Themen die unter "Kinderpornographie" laufen, wenn Sie Ihre Fachlichkeit, Ihre Fähigkeit als Chaos Computer Club im Internet einsetzen würden, um genau dieses zu verhindern [Ruf: Das tun wir.], dann wäre Ihr Engagement an der richtigen Stelle.
[Applaus] Aber [unverständlich (das ist falsch...)] Ich wünschte mir, das Engagement, das Sie jetzt zeigen darin, dass Sie sagen: Unter keinen Umständen darf Recht, das in der realen Welt herrscht, in der virtuellen Welt auch herrscht, [unverständlich (absolut,... Chaos)], ich wünschte mir, dass Sie dieses Engagement einsetzen würden, um mit uns auf allen Ebenen den Kampf gegen Kinderpornographie zu führen. International die Täter stellen, international die Quellen schließen aber hier in Deutschland den Massenmarkt, der Leute in Deutschland weil wir ein reiches Land sind, weil dieses Land Zeit hat und weil die Kinderschänder wissen, dass in Deutschland über diese Websites an genau diese [unverständlich, (weil sie an diesen Geld verdienen?)] indem man die Leute da rein zieht, dieses zu bekämpfen. Das wäre etwas, was ehrenvoll wäre und tatsächlich ihrer [unverständlich] würdig wäre, meine Damen und Herren.
[Ruf: Sie wiederholen immer nur wieder die selben Platitüden!]
[unverständlich] diese Diskussion, denn diese Diskussion, darüber, wo darf der Staat und das Recht und die Gesellschaft sich einmischen und wo nicht, die haben wir genau so beim Thema Finanzkrise. Beim Thema Finanzkrise oder Finanzmärkte hieß es lange:
"Mischt euch nicht ein, das ist unsere Domäne, da habt Ihr nichts zu suchen, davon versteht Ihr nichts. Unsere Produkte sind unsere [unverständlich]
Finanzwelt."
Die Folgen sehen wir heute. Und deshalb zeigt es, dass die Aufgabe der Zukunft sein wird, Demokratie, Menschenwürde, Regeln, die Respekt vor einander aufzeigen, zu diskutieren und nicht nur in der realen Welt sondern genau so konsequent in der virtuellen Welt. Ich bin der festen Überzeugung, dass gerade diese, die hier heute sich engagieren,die bürgerschaftliches Engagement zeigen, die Zeit, Kraft, Ideen, Leidenschaft, Organisation, Kommunikation für dieses Engagement jeden Tag zur Verfügung stellen, diejenigen sein werden, die in Zukunft es auch gelernt haben, unsere Demokratie, das heisst, unser Zusammenleben so zu gestalten, dass eben nicht die [unverständlich] Ökonomie unser Land beherrscht, sondern auch darüber geht, wie die Verantwortung füreinander, gelebte Verantwortung füreinander, diesem Land das richtige Gesicht geben darf. Nicht in jeder, und nicht in jeder Lebenssituation und nicht ständig ist das eigenem Engagement zu verdanken, nein, ich will an dieser Stelle auch deutlich sagen, dass wir gerade beim bürgerschaftlichen Engagement immer wieder in das Spannungsfeld zwischen "Was ist Aufgabe des Staates" und "Was ist Möglichkeit, der Eigeninitiative". Ich bin heute morgen in Göttingen gewesen zum zehnjährigen Jubiläum des bundesweiten Tafeltreffen.
[Es ist gleichzeitig gut, dass es Tafeln und Kinderbetreuung von Freiwilligen gibt und gleichzeitig eine Schande, weil das Aufgabe des Staates ist. Aber wenn BürgerInnen aktiv sind, fordern sie ein, dass der Blick des Staates "auf diese Felder gelenkt wird".]
[Ruf: Stimmt, das machen wir ja schließlich auch hier.] [Klatschen]
Sie sind verantwortlich dafür, dass die Bilder von vergewaltigten Kindern [Ruf: Falsch.] [(weiter im Internet zugänglich bleiben?)] [Ruf: (Und Sie, dass sie versteckt werden.?), 16:12] Aber heute Abend sind nicht Sie dran, sondern heute Abend sind diejenigen dran, die sich tagtäglich [Applaus]
[Demographischer Wandel, alte Familienbilder, Pflege alter Angehöriger, Krise blah]
[Sie hat da noch einen persönlichen Wunsch: "bitte machen Sie weiter" - machen wir! Aber ich glaube, sie meint uns nicht.]
Weiter so, vielen Dank.
[Applaus]
[Demonstranten betreten die Bühne und wollen antworten, Applaus, der Veranstalter steht am Rednerpult:]
Haben Sie Verständnis dafür, wir haben hier einen Abend, um Studentinnen und Studenten, die sich ganz engagiert [unverständlich] für ihre Kommilitonen einsetzen, die mit ihren Freundinnen und Freunden und ihren Eltern hier sind. Es sind Gruppen da, die selber große Handicaps zu tragen haben und sich trotzdem für Dritte engagieren. Ich glaube, durch die [Diskussion] ist Ihr Anliegen, ich weiss dass, wenn Sie so wollen, sage ich jetzt hier mit, dass Sie auch Gegner der Kinderpornographie sind, dass Sie aber aus einem Datenschutzrechtlichen Ansatz die Politik, die verfolgt wird, für nicht richtig halten. Es stellt sie hier keiner in die Ecke der Kinderpornographie aber ich glaube, dass Frau Ministerin von der Leyen gut für sich und auch die Mehrheit in diesem Raum sehr deutlich gemacht hat, dass es Momente, Verhaltensweisen und Vorgänge gibt, wo die Freiheit, die [unverständlich] anderer und hier die von Kindern beeinträchtigt und dass da eine staatliche Agenda existiert, die dieses ausschließen muss. Und ich glaube, und ich bitte um Ihr Verständnis, meine Damen und Herren, dass ich dieses Thema bei allem Verständnis für die Offenheit der Hochschule als Diskussionsforum hier nicht weiter vertiefen möchte sondern dass ich mit dem, was wir mit unseren studentischen Preisträgerinnen und Preisträgern hier vorhaben, gern fortsetzen möchte. Ich bedanke mich.
[Applaus. Sehr, sehr souveräne, pluralistische, vorsichtig kritische Antwort.]
[Demonstrant auf der Bühne weist darauf hin, dass nicht nur der Chaos Computer Club anwesend ist und demonstriert hat sondern auch viele Einzelpersonen und StudentInnen. Er bittet die Anwesenden darum, sich mit dem Thema zu beschäftigen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Applaus.]
Studentenwerkspreis für soziales Engagement des Studentenwerks Hannover
Ich habe mich danach dann bei dem Herren, der die Verleihung der Preise durchgeführt hat und uns nach Zenuschis Rede fast heldenhaft und bemerkenswert deutlich in Schutz genommen hat, bedankt für seine souveräne und ausgleichende Reaktion, woraufhin er meinte, er hätte ja Verständnis, er hätte selbst als Student die eine oder andere Veranstaltung gesprengt. Wobei wir das natürlich nicht getan haben.. Jedenfalls lud er uns ein, zu bleiben und einen schönen Abend zu verbringen.
Nachdem ich mittlerweile etwas länger über die Reaktion Zensuschis nachgedacht habe, frage ich mich immer mehr, wieso sie uns nicht einfach ignoriert hat, gesagt hat, das sei an der Stelle nicht angebracht und ein anderes Thema.
Warum ging sie so außerordentlich lang auf uns ein, setzte an, zu ihrem eigentlichen Text zu kommen, nur um dann doch noch mal zu uns über zu schwenken?
Es waren (außer vielleicht privat im Publikum) keine Pressevertreter anwesend.
Ich glaube, wir haben sie deutlich aus dem Konzept gebracht. Damit hatte sie nicht gerechnet.
Update: Mittlerweile hat fefe die Bilder zugeschickt bekommen und auch die Fachschaftlerin, die mir Bilder schicken wollte, hat sie mir zukommen lassen, es sind die selben wie bei fefe. Danke K. :)
Update: Danke, Fritz, der Preis heisst "Studentenwerkspreis für soziales Engagement des Studentenwerks Hannover" und hat wohl direkt nichts mit dem DSW zu tun.


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#1 - Paul Görgen said:
2009-06-13 21:54 - (Reply)
Danke dass ihr da wart. Ich denke es ist wichtig, dass Zensuruschi so viel gegenwind wie nur möglich auch direkt zu spüren bekommt.
#3 - padeluun said:
2009-06-13 22:25 - (Reply)
Danke für den Bericht (den ich ja auch schon kurz mündlich vorhin in Hannover gehört hatte).
#5 - Anonymous 2009-06-13 22:43 - (Reply)
"Warum ging sie so außerordentlich lang auf uns ein, setzte an, zu ihrem eigentlichen Text zu kommen, nur um dann doch noch mal zu uns über zu schwenken?"
Ich denke sie hat sich ueber eine Moeglichkeit gefreut, Zensurgegner als Verteidiger von Kinderpornografie da zu stellen... das war doch, wie immer, ihr Hauptpunkt, dass jeder der nicht fuer diese Zensur ist, darunter eben auch der AKV und CCC, fuer Kinderpornografie ist.
#6 - Michael Jäger said:
2009-06-14 01:22 - (Reply)
Und genau diese Aktionen sind es, die den Menschen klarmachen können, dass etwas schief läuft mit und durch Zensursula. Die öffentlichen Auftritte der Damen und Herren Zensurbefürworter müssen genutzt werden, um das Thema Zensur einer breiten Masse zugänglich zu machen. Man kann sie aus dem Tritt bringen, man kann! Weiter so! Die Diskussionen, die ich führe, sind im Bekannten und Freundeskreis von totalem Unverständnis am Anfang geprägt, es dauert, bis sie erkennen, was da läuft. Nicht aufgeben!
#6.1 - Anonymous 2009-06-14 02:31 - (Reply)
Zum P.S. Eigentlich haben Privatpersonen schon sehr gut gezeigt, wie effektiv sie KiPo bekämpfen können, wenn sie wissen, wo sie liegt. Das wissen aber auch die Leute vom AK Zensur und der CCC nicht. Alvar Freude konnte jedoch beweisen, dass er als Privatperson innerhalb von 12 Stunden eine zweistellige Anzahl Kinderporno-Server vom Netz nehmen zu lassen; ganz ohne Diplomaten, Interpol und haste-nich-gesehen -- sondern mit einer einfache Email. Ist die Polizei IT-technisch so schlecht ausgestattet, dass die Beamten gerade mal eine Liste an einen Provider übermitteln können, aber nicht in der Lage sind, eine einfache Email zu schreiben?
#7 - Anonymous 2009-06-14 01:26 - (Reply)
Ich denke - und das ist vielleicht ein furchtbarer Gedanke - der Grund, warum sie so stark auf euch eingegangen ist ist dieser, dass sie es ernst meint. Ganz ehrlich und ohne Hintergedanken. Aber auch naiv und vielleicht sogar mit einer Art messianischem Heilskomplex - sie ist die einzige, die wahre, die unaufhaltbare Kämpferin gegen das Böse.
In ihrer Weltsicht sind wir, die wir gegen sie sind, am Anfang noch Teil des Bösen gewesen; mittlerweile scheint sie umgedacht zu haben und sieht uns zumindest als bekehrbar an.
Was ich daran nun so schlimm finde ist, dass man gegen so jemanden nicht ankommt mit normalen Mitteln. Sie ist auf einer Mission - und so jemand wird von Protesten nur noch bestärkt. Und Zweifler haben keine Ahnung und müssen bekehrt werden.
Gerade, dass sie so drastische Bilder wählte (Besen...) zeigt, dass sie vermutlich a) tatsächlich Schlimmes gesehen haben muss (wer hat es ihr gezeigt? Von selbst stößt man auf sowas nicht!) und b) tief berührt ist von der Thematik... naja, jetzt zumindest, die ersten paar Jahre im Amt hat es sie kaum interessiert (Tauchte nicht bei der Kinderschutz-Konferenz in Rio auf, macht das erst jetzt kurz vor Wahl etc.).
Natürlich ist das nur eine Theorie. Und selbst wenn es stimmen sollte - bekämpfen muss man sie trotzdem.
Denn: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint, und die meisten schlimmen Dinge in der Welt geschehen aufgrund von Ignoranz und weil man sich profilieren will.
Es zeigt nur, dass man umso mehr um die Köpfe und Herzen der restlichen Menschen kämpfen muss... wenn schon sie für die Stimme der Vernunft verloren ist.
++++
P.S.: Wie soll es denn möglich sein, als Privatperson (und aus solchen besteht ja der CCC) gegen Kipo im Netz zu kämpfen? Schließlich ist schon das Speichern von Thumbnails und auch nur das Betrachten von Kipo illegal. Ruft vdL hier, wie schon die Deutsche Kinderhilfe, tatsächlich zu Straftaten auf?
Gut gemeint... dumm gedacht.
#8 - Julian 2009-06-14 03:13 - (Reply)
Die Qualität des Audios ist ja nicht sonderlich gut und ich kann die Stelle wo sie das sagt leider nicht finden. Kann mir jemand helfen?
"Und deshalb noch mal vielleicht ein Wort zu denen, die hier heute protestieren. Die dagegen protestieren, dass - ich sag's noch mal: [Ruf: Ja bitte.] Die Bilder von Kindern, die vor laufender [...]"
#8.1 - Freak said:
2009-06-14 13:59 - (Reply)
Hi, das dürfte [16:12] sein. Hab's im Transkript jetzt auch markiert.
#9 - Trittbrettfahrer 2009-06-14 03:26 - (Reply)
Ich war bei der Aktion mehr oder weniger zufaellig anwesend. Ich fand die ganze Nummer fantastisch. In meinen Augen wurde alles richtig gemacht. Das ganze Auftreten, die Durchfuehrung und der "Abgang" war optimal. Man haette sich blamieren koennen durch Tomatenwerfen, unsaubere Beschimpfung etc. Aber das ist nicht passiert. Mein Eindruck war (auch), dass Zensursula der Situation nicht wirklich gewachsen war. Einerseits ist die Frau bestimmt keine Politikerin aus der hoechsten Liga, andererseits war die Aktion zielgerichtet und durchdacht. Wenige Tage davor hatte ich den Auftritt von Schaeuble in Braunschweig erlebt. Er wurde zu Beginn von vielen u.a. Studenten ausgebuht. Aber er hat das in gewissen Sinne gemeistert, hat als Reaktion mehr Diskusion zugelassen als urspruenglich angekuendigt etc. Der Mann ist natuerlich Profi in seinem Geschaeft. Aber es gab eben keinen so koordinierten Protest, keine harten Fragen, denen er nicht ausweichen konnte. Die Fragen waren ziellos, vorsichtig etc. Kein sichtbarer Protest in Form von Schildern oder Transparenten. Wahrscheinlich haette Schaeuble auch eine Aktion wie die in Hannover besser weggesteckt als Zensursula. Aber solche Aktionen koennen Wirkung hinterlassen, weil sie Ressourcen von den Politikern verlangen. Selbst wenn sie auf sowas mental vorbereitet sind, muessten sie Ihre Rede/Argumentation anpassen. Das gilt im Prinzip fuer jeden Politker. Es wuerde sich meiner Meinung nach lohnen, jeden Kandidaten so zu bearbeiten...was natuerlich auf der Protestseite zuviel Energie verbraucht. Aber Merkel, Schaeuble, Zensursula, Zypris und vll sogar Schavan und Steinbrueck waeren lohnenswerte Ziele. Ist natuerlich Wunschdenken. Aber die Politiker haben Ihre gewachsene Platform, wir haben unsere virtuelle. Die Parteien erobern langsam unsere Platform in Form von Blogs, Twitter, Foren, Homepages etc. Wir sollten auch deren Platform unter Druck setzen.
#10 - Torsten 2009-06-14 07:49 - (Reply)
Ich nehme an, dass von der Leyen solche Bilder gezeigt wurden, die sie oben beschrieben hat. Das wäre eine Eklärung für den Drang "endlich etwas gegen KiPo zu tun" - egal wie sinnlos es auch sein mag.
#11 - julian 2009-06-14 08:45 - (Reply)
Vielleicht glaubt sie wirklich, das Richtige zu tun. Vielleicht wurde sie manipuliert. In dem Fall ist sie aber zu leichtgläubig gegenüber ihren Beratern und zu starrsinnig gegenüber ihren Gegnern.
#12 - Sascha 2009-06-14 10:46 - (Reply)
Kompliment für die Aktion. Das an meiner Uni und ich war nicht da :)
#13 - Unions-Basher said:
2009-06-14 11:10 - (Reply)
Könnte man nicht generell versuchen, insbesondere Auftritte von Unions-Politikern (FDP ist von mir aus auch ok) durch ähnliche Auftritte zu konterkarieren? Direktkandidaten, wovon es ja einige sehr unsympathische gibt (Schäuble? Guttenberg?) treten vor der Wahl doch häufig in der Öffentlichkeit auf. Da hätte man auch die nötige Presse.
Ergänzen würde ich das ganze gerne noch um polemisch-unsachliche Anteile, also eine schon fasst verfälschende Darstellung dessen, was diese Politiker so treiben, schließlich gehen sie selbst auch nicht sachlich, sondern manipulativ vor.
Man könnte jeweils die wesentlichen "Facts" zu den Politikern zugespitzt zusammenstellen und per Flugblatt verteilen. Konkrete Werbung für eine Partei würde ich damit nicht verbinden wollen, es reicht mir vorläufig schon, wenn die Union nicht in der kommenden Regierung enthalten ist (*träum*).
#14 - Sergej 2009-06-14 11:38 - (Reply)
Keine Korrektur:
Das mit dem großen Banner über Zensursula war nicht der Asta, sondern wir, einige zufällig bekannte Physiker und Chemiker (ja, in Fachschaften sind wir auch aber das war nicht in Vertretung derer). ;)
#15 - Chris 2009-06-14 11:43 - (Reply)
Wir müssen mal Verständniss schaffen, dass man nicht vom CCC sein muss, um sich gegen Internetsperren oder sonstige Grundrechtsvergewaltigungen auszusprechen.
#17 - Frank said:
2009-06-14 14:16 - (Reply)
Danke für das Transkript. Das lässt meiner Meinung nach sehr tief blicken. Ein kleines Fünkchen Hoffnung verbleibt heute ja noch bei der SPD.
#18 - Anonymous 2009-06-14 17:15 - (Reply)
Wenn ich mir die Ursula anhöre, kriege ich das Kotzen. Im ernst, diesvon der CDU haben eine echt merkwürdige Weltanschauung. Die haben Angst vor neuen Sachen, wie dem Computer und alles was dazu gehört: Killerspiele, Internet etc. Aber versuchen einem weiss zu machen, sie kennen sich damit aus. Blöderweise klappt das auch, weil der größte Teil der Bevölkerung genau so gebildet ist wie die CDU und keine Ahnung von der Computer-Welt haben.
Erschenkend, dass die SPD, die mehr Ahnung als die CDU hat, bei der Europawahl verloren hat. Wie ist es, dann bei der Bundestagswahl und was dann auf uns zu kommen wird? Kleinchina?
Ganz toll, das Ursula immer das gleiche Erzählt. Ups, doch nicht. Sie erzählt was von Online und Offline... ob sie weiß, was das bedeutet?
#18.1 - Freak said:
2009-06-14 18:15 - (Reply)
"die SPD, die mehr Ahnung als die CDU hat"
Das wage ich nach dem Parteitagsbeschluss doch zu bezweifeln.
http://netzpolitik.org/2009/spd-bundesparteitag-beschliesst-loeschen-vor-sperren/
#19 - Sequojah 2009-06-14 19:03 - (Reply)
Ich haber mir erst das Transkript durchgelesen und dann mir das ganze angehört. Ich war leider entäuscht, dass die "Rufe", die im Text zu sehen sind, quasi mehr oder weniger nur wie ein "Kommentar" zum Nebensitzenden wirken. Ich bezweifel ernsthaft, dass Zensursela überhaupt wahrgenommen hat, dass hier Zwischenruf gegeben wurd.
Anonsten: Danke für den Text ;)
-Seq
PS: Weiter so ;)
#19.1 - Freak said:
2009-06-14 19:27 - (Reply)
Nee, so kann man das jetzt auch nicht sagen. Das eine oder andere habe ich als "Ruf" markiert, das nicht so laut war, aber die meisten Zwischenrufe waren durchaus deutlich und die hat sie auch durchaus mitbekommen, weil sie darauf - zumindest nach dem "Stimmt, das machen wir ja schließlich auch hier.", das von hinter mir ertönte - auch reagiert hat, indem sie ihre Horrorgeschichten ein weiteres Mal ausgepackt hat.
#19.1.1 - Sequojah 2009-06-14 20:12 - (Reply)
Okay, dann kam das in der Aufnahme nur einfach schlecht rüber. Hier wäre wohl ein Video hilfreicher gewesen ;)
#20 - Unions-Basher said:
2009-06-14 20:20 - (Reply)
Leute, ich hab das Gefühl, viele haben immer noch nicht verstanden, wie ernst die Lage ist: Es geht nicht mehr ums argumentieren! Diejenigen, die die Freiheit einschränken wollen, hatten lange genug Gelegenheit, sich mit den Argumenten auseinanderzusetzen.
Ich würde z. B. Zensursula auf keinen Fall mehr irgendeine Gelegenheit geben, sich sachlich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Das hat sie doch längst verspielt!
Es geht jetzt nur noch darum, die Einschränkungen der Freiheit mit allen (halb-) legalen Mitteln zu bekämpfen.
Und es geht auch nicht um Parteien. Mir ist ehrlich gesagt scheißegal, wer ab Oktober die Regierungsbank drückt, solange er nicht so viel Mist baut, wie mindestens die Union derzeit vorhat. Und aus diesem Grund kommt es für mich durchaus auch in Frage, die Grünen zu wählen, auch wenn ich mit den Piraten vielleicht eine größere Schnittmenge hätte (Piraten 2009 -> Stimme leider für die Tonne).
Es gibt überhaupt keinen Grund, warum man noch Verständnis aufbringen sollte für die ausgemachten "Gegner". Es geht nur noch darum, möglichst effizient deren Wahlerfolge zu verhindern.
Anders mag es für freilich für diejenigen Freiheits"kämpfer" aussehen, die sich lieber in endlosen Diskussionen ergehen wollen. Vielleicht brauchen wir ja hier noch ein bisschen mehr Ungerechtigkeit, die diese Leute dann persönlich betrifft, damit endlich eine kritische Masse in diesem Land zusammenkommt.
Warum sind die Deutschen nur so bequem?
#21 - marcel 2009-06-15 13:33 - (Reply)
Vielen Dank für euren Einsatz !
Viel mehr kann man dazu nicht sagen.
Ich hoffe diese Fanatikerin kommt nicht zu ihrem Ziel, das wäre im Sinne der Freiheit und Demokratie zu wünschen.
#22 - mike 2009-06-15 14:39 - (Reply)
"... auch nur das Betrachten von Kipo illegal"
Nein, das Betrachten von KiPo ist erlaubt. Der Besitz ist strafbar. Wo dieser am Rechner beginnt, ist rechtlich umstritten.
#23 - Guido 2009-06-15 17:51 - (Reply)
Sehr schöne Aktion!
Ich bereue es, dass ich mir nicht die Zeit genommen habe ebenfalls für die Online-Freiheit einzustehen.
Der guten Sache wegen fände ich es gar nicht so abwegig der guten Frau Von der Leyen unser technisches Know-How beim Kampf gegen Kinderpornographie anzubieten. Sozusagen mit der Duldung des BKA oder welcher auch immer verantwortlichen Stelle. Das würde die von Ihr geforderte Bereitschaft zu Engagement zeigen und uns auch die Möglichkeit geben unser Anliegen, das Vermeiden von Sperrungen, besser darzustellen. Der von Ihr angebrachte Vorwurf des Egoismus würde zudem entkräftet.
#23.1 - Freak said:
2009-06-15 21:18 - (Reply)
Hi, danke für die Blumen, aber ich glaube Zensuschi nicht, dass Sie dieses "Angebot" ernst meint, vgl.
http://falsepositive.eu/archives/20090614-Offener-Brief-an-die-Bundesministerin-fuer-Familie,-Senioren,-Frauen-und-Jugend-bezueglich-Ihrer-Rede-bei-der-Verleihung-des-DSW-Sozialpreises/78
Grüße, Sebastian
#24 - Unions-Basher 2009-06-15 17:54 - (Reply)
Für alle unverbesserlichen Gutmenschen hier das Wesentliche über Urselchen kurz zusammengefasst:
http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Infos-ueber-Urselchen-Zensursula/forum-160630/msg-16887670/read/
#25 - n1Ls said:
2009-06-18 16:23 - (Reply)
Ich wollte nur mal anmerken, dass ich mit meinem Zensursula T-Shirt auch sehr gerne anwesend gewesen wäre. Habe dem ganzen mal einen Blog-Artikel gewidmet (:
Macht weiter so!
#26 - bothie 2009-06-26 03:06 - (Reply)
Bitte hier noch den Zeitstempel [10:05] einfügen: »Und deshalb noch mal vielleicht ein Wort zu denen, die hier heute«
#27 - Lorenz Meyer said:
2009-06-26 12:38 - (Reply)
Für das erste prominente Opfer der deutschen Zensurgesetzgebung hat´s ja nicht lange gebraucht: http://tiny.cc/0sfJP

Transkript einer Rede aus Hannover. Ich denke, das muss nicht kommentiert werden: falsepositiv: Zensursula und die Verbalkeule ...
Tracked: Jun 14, 11:27
An dieser Stelle muss ich noch mal die Info weitergeben was unsere liebe Ministerin am Freitag von sich gegeben hat. Zensursula und die Verbalkeule Im selben Zug rufe ich dazu auf eine Google Bombe zu starten. Ziel ist es unter Google die Suche nach ...
Tracked: Jun 15, 23:01
Am letzten Freitag hatte unser aller Liebling, Ursula von der Leyen, einen Pressetermin in Hannover. Jetzt erscheint bei einigen Lesern sicherlich schon ein helles Fragezeichen über dem Köpfchen. Da es auch in meinem Interesse liegt, dieses wieder ve...
Tracked: Jun 18, 16:14