Freitag war dann doch definitiv weniger los als Donnerstag. A. vom
FoeBuD hatte mir den Rundgang zu den
10-Punkte-Forderungen erklärt (die unser gegenwärtiger Herr
Innenminister so intensiv studierte), den wir am Stand hatten (zehn kleine Aufsteller mit A4-Folien zu den Forderungen des FoeBuD). Und weil weniger los war, hatte ich dann auch Zeit, diesen Rundgang mit dem einen oder der anderen Besucherin ein Mal durch zu machen.
Die 10 Forderungen umreißen das Engagement und die Themen des FoeBuD sehr klar und versehen sie mit klar fassbaren Überschriften.
Privatsphäre,
Datenschutz und
Bürgerrechte sind dann nur noch generelle Werte, die 10 Punkte stellen klare Forderungen bzw. Baustellen dar, auf denen wir arbeiten können. Viele der Themen wabern zwar so durch den CCC(HB), finden aber nicht die Deutlichkeit, die die FoeBuD-Forderungen darstellen.
Außer über die Bestellung des Flyers im Shop scheint es den Forderungen-Katalog noch nicht online zu geben, weil er auch gerade erst fertig geworden ist. Ich habe jetzt mal nachgefragt und hoffe, das ändert sich demnächst. Mir kam auch der Gedanke, dazu mal einen Vortrag beim CCCHB zu machen (allerdings eher so als interne Fortbildung).
Später am Nachmittag rief mich mastapasta dazu, als ein älteres Ehepaar sich sehr über den
STASI 2.0-Aufkleber mit der Schäublone aufregten. Also erst ein mal Deeskalation: Die Herrschaften ausreden lassen, aber auch bestimmt und nachdrücklich darauf bestehen, selbst ausreden zu dürfen. Das meinte dann auch die Frau zu ihrem Mann. Den Jungen Mann doch mal ausreden lassen.
Wieso STASI 2.0? Weil das BKA-Gesetz die Trennung von Geheimdiensten und Polizei aufhebt.
Das saß.
Wieso die Schäublone? Weil Herr Schäuble und (weil ich das T-Shirt an hatte) Frau von der Leyen eine Medienpräsenz genießen, die wir so nicht haben. Wir sind ehrenamtlich engagiert, viele einzelne über ganz Deutschland und brauchen einen plakativen Hingucker, um auf unsere Inhalte aufmerksam zu machen.
Zugegeben dass Polemik und Provokation dazu gehören. Aber
ohne diesen Aufkleber wären wir nie ins Gespräch gekommen und das finde ich gut.
Die beiden machten einen freundlichen und wesentlich ruhigeren Eindruck, als sie weiter gingen.
Am
Samstag sei normalerweise nicht so viel los wie an den übrigen Tagen, meinten die erfahreneren AusstellerInnen rund um unseren Stand herum. Subjektiv war Samstag aber der vollste Vormittag von den dreien und der Stand nur noch mit drei (statt fünf wie an den Tagen zuvor) Personen besetzt.
Nachdem Freitagabend schon mastapasta mit einem von der PBC sprechen "durfte", wurde mir dieses "Vergnügen" Samstagvormittag zuteil. Quintessenz: Die PBC ist gegen Überwachung, denn sie werden ja auch staatlich überwacht. Kommt einem ja irgendwie bekannt vor, die Aussage.
Alles gude un Goddes Sägen
.
Subjektiv häuften sich die Fragen nach den RFID-Schutzhüllen und anderen Gadgets, die am Stand lagen - vermutlich am Schluss noch mal das Geld raushauen, das man sich vorher aufgehoben hatte.
Um halb zwei musste ich mich dann von Rena und padeluun verabschieden und sie zuzweit allein ihrem Schicksal überlassen, weil unser Infostand/unsere Demo in der Innenstadt um 14:00 Uhr losgehen sollte.
Insgesamt hoffe ich, dass ein bisschen was von dem, was ich den Leuten versucht habe darzulegen, hängen bleibt. Zumindest so, dass beim nächsten Gespräch über Themen wie die Vorratsdatenspeicherung und die Internetzensur die Erinnerung kommt: Die Erklärung ist möglicherweise nicht so einfach wie sie einem vorgesetzt wird.
Ich würde aber sagen, dass der Kirchentag definitiv ein Ereignis ist, an dem man auch weiterhin teilnehmen sollte um so viele interessierte und aufgeschlossene Leute zu erreichen, die sich für die Entwicklung der Gesellschaft interessieren.
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